Chronik

Gründung der Musikschule

Am 8. März 1956 fasste der Gleisdorfer Gemeinderat mit dem damaligen Bürgermeister Josef Lenz den Beschluss, die Städtische Musikschule Gleisdorf zu gründen. Mit der Leitung und dem Aufbau der Schule wurde der an der Ligister Volksmusikschule tätige Musiklehrer Karl Schabl betraut. Dieser Entscheidung waren lange Verhandlungen mit dem Land Steiermark vorangegangen. Die steirische Landesregierung stellte die notwendigen Förderungen zur Verfügung und integrierte die neue Musikschule in das steirische Musikschulwerk.

Aufbau der Schule

Zu Schulbeginn 1956/57 waren bereits 147 SchülerInnen eingeschrieben. Der Lehrkörper umfasste zehn überwiegend teilverpflichtete Lehrer. Die Unterrichtsstätten lagen allerdings über die ganze Stadt verstreut und waren zum Teil nur dürftig ausgestattet.

Ab 1960 fand ein Großteil des Unterrichts in den Räumen des Hauses Jahngasse 18 statt. Zusätzliche wurden Räume in den öffentlichen Schulen frequentiert.

Schon in den Anfangsjahren zeigte sich, dass nicht nur die Vorspielabende große Erlebnisse brachten, sondern dass die Schule bewußte Talentförderung betrieb, sodass die städtischen Instrumentalgruppen gut ausgebildeten Nachwuchs bekamen und besonders begabte SchülerInnen den Weg ins Berufsleben suchten. So erhielt die Musikschule immer größeren Zulauf und verzeichnete 1968 231 SchülerInnen.

Neues Musikschulgebäude

Auf Initiative von Bgm. Rudolf Fischer wurde der Grabner-Stadel in der Gartengasse abgerissen und ein Neubau in Angriff genommen. 1972 konnte nach dreijähriger Bauzeit eine zur damaligen Zeit modern ausgestattete Musikschule seiner Bestimmung übergeben werden. Dieses Haus diente in den folgenden Jahren nicht nur als Unterrichtsraum, sondern auch als Ort der kulturellen Begegnung mit hochstehenden Konzerten.

Im Jahre 1976, nach zwanzigjährigem Bestand, war die Schülerzahl auf 482 angewachsen und 16 umliegende Gemeinden waren bereits am Musikschulmodell beteiligt. Direktor Karl Schabl und sein Lehrerteam hatten in den Jahren wesentlichen Einfluss auf die musikalische Entwicklung der Menschen und auf das kulturelle Geschehen der Stadt genommen. Dir. Schabl gründete das Gleisdorfer Stadtorchester, führte die Stadtkapelle zu internationalen Erfolgen und leitete 11 Jahre hindurch den Gesangsverein Gleisdorf. Aber auch die umliegenden Musik- und Gesangsvereine wurden mit ausgebildeten Nachwuchs versorgt.

Bereits 1984 erhielt die Musikschule die Bezeichnung "Institut für elementare, mittlere und höhere Musikausbildung" sowie ein eigenes Organisationsstatut, das ihren Wirkungskreis genau definierte.

Erfolgreiche Musikschul-Ensembles

Neben dem Unterricht im jeweiligen Hauptfach gab es immer das Bestreben, die SchülerInnen für das Ensemblespiel zu begeistern.

So entwickelte sich nach dem anfänglichem Bläserkreis bald das Jungendblasorchester der Musikschule, welches von Musiklehrer Mag. Johann Cescutti zu einem modellhaften, international beachteten Blasorchester geformt wurde. Gespielt wurde ausschließlich originale, zeitgenössische und konzertante Blasmusik. Zahlreiche Rundfunkaufnahmen und Konzertreisen ins Ausland (Ungarn, Norwegen, Italien, Deutschland, Polen, Bulgarien) dokumentierten den Erfolg des Orchesters. Bei zahlreichen Wettbwerben wurde das Orchester ausgezeichnet. Höhepunkte waren unter anderem die Steirischen Bläsertage in Graz (1985,1987) sowie die gesamtösterreichischen Jugendkapellen-Wettbewerbe in Wattens (1985) und Villach (1990), wo das Blasorchester mit 1. Preisen und "ausgezeichneten Erfolgen" bewertet wurde. Zwei Schallplatten belegen auch heute noch diese eindrucksvollen Leistungen.

Ein weiteres herausragendes Ensemble der Musikschule war das Akkordeonorchester. Unter der Leitung von Musiklehrer Rudolf Plank konnte dieser Klangkörper bei gesamtösterreichischen Wettbewerben in Hallein (1981) und Saalfelden (1983) den 1. Preis, in Gmunden (1985) den 2. Preis sowie in Amstetten (1987) den 1. Preis mit "Auszeichnung" gewinnen. 1986 wurde das Akkordeonorchester beim Internationalen Akkordeonwettbewerb in Innsbruck mit dem 3. Preis ausgezeichnet. Mit Rundfunkaufnahmen, einer Schallplatteneinspielung (1985) sowie der CD "Digression" (1996) wurden diese großen Erfolge dokumentiert.

Bei den Wettbewerben "Jugend musiziert" und "Prima la Musica" nahmen zahlreiche Ensembles in unterschiedlichsten Besetzungen sowie Solisten all die Jahre hindurch erfolgreich teil.

Errichtung von Zweigstellen

Durch den starken Zuwachs an SchülerInnen und das Interesse der umliegenden Gemeinden wurden Unterrichtsstellen auch außerhalb von Gleisdorf errichtet. Die Marktgemeinde Pischelsdorf eröffnete die erste Zweigstelle im Jahre 1978 und adaptierte dafür eigene Räumlichkeiten im alten Pfarrhof. 1988 folgte die Marktgemeinde Sinabelkirchen mit der zweiten dislozierten Unterrichtsstelle in der örtlichen Hauptschule. Das Schuljahr 1989 brachte einen Schülerrekord von 894 SchülerInnen.

Neue Schulleitung

1994 trat Prof. Karl Schabl nach mehr als 38 Dienstjahren in den Ruhestand. Der damalige Leiterstellvertreter Mag. Johann Cescutti wurde vorübergehend mit der Leitung des Schulbetriebs beauftragt.

1995 bestellte der Gleisdorfer Gemeinderat unter der Führung von Bgm. Dr. Franz Nussmayr nach öffentlicher Ausschreibung und in Übereinstimmung mit der Steirischen Landesregierung MMag. Gunter Schabl zum neuen Leiter der Musikschule Gleisdorf.

Neue Ausbildungsangebote im Bereich der Popularmusik, Solo-Gesangsklassen und Unterricht am Musikcomputer wurden eingerichtet. Mit einer Reihe von Musical-Produktionen wurde ein Musiktheater-Schwerpunkt gesetzt.

Eine dritte Zweigstelle wurde 1996 in den Räumlichkeiten der Volksschule St. Margarethen a.d. Raab eröffnet.

Verleihung des Öffentlichkeitsrechts

1998 erließ das Bundesministerium für Unterricht und kulturelle Angelegenheiten das von der Steirischen Landesmusikdirektion verfasste "Organisationsstatut für Musikschulen in der Steiermark", auf dessen Basis 1999 der Musikschule Gleisdorf das Öffentlichkeitsrecht verliehen wurde.

Neues Musikschulgebäude in Pischelsdorf

Im November 2005 eröffnete die Zweigstellengemeinde Pischelsdorf im ehemaligen Kaufhaus Fink ein eigenes, völlig neu adaptiertes Musikschulgebäude, dass alle modernen Ansprüche erfüllt.

Heute ist die Musikschule Gleisdorf mit ihren Zweigstellen eine moderne Instrumental-und Gesangsausbildungsstätte mit einem umfassenden Ausbildungsangebot und einem Lehrkörper mit pädagogischen Universitätsabschluss.

Einzug ins Haus der Musik

Das Haus der Musik wurde im August 2010 seinen Nutzern übergeben. Die Musikschule Gleisdorf eröffnet das Schuljahr 2010/11 im neuen Haus.